Sommerkonzert 2017: FRÜHLINGSHAFT VITALE MUSIK DÜBENDORF

FRÜHLINGSHAFT VITALE MUSIK DÜBENDORF (Glattaler 2.6.2017)
Das Dübendorfer Kammerorchester hat am vergangenen Wochenende in der Kirche Wil sein Sommerkonzert präsentiert.

Ein beschwingt frühlingshaftes Programm erwartete die Konzertbesucherinnen und -besucher am Sonntag in der Kirche Wil. Darin eingebettet waren wunderschöne, besinnliche Adagios, und so wurde auch der Konzertabend mit einem ruhigen und besonnenen Satz eröffnet, dem Grave aus dem Concertino Nr. 1 in G von F. W. Wassenaer. Leicht und hell erklang die Musik bereits im zweiten Satz. Mit den kanonartigen Einsätzen der verschiedenen Register und dem fliessend gespielten An- und Abschwellen der Läufe wurde die Lebendigkeit dieses Werkes hörbar.

GESCHMEIDIG UND FORSCH
Mit seiner violinistischen Darbietung stellte sich der neue Konzertmeister des Dübendorfer Kammerorchesters, Luis-Alberto Schneider, musikalisch vor. Mit Präsenz und doch ganz ins Werk vertieft interpretierte der Solist das erbauende Violinkonzert op. 7 Nr. 4 von J. M. Leclair. Je nach Stimmungslage des Stücks entlockte Schneider seiner Geige mal warm geschmeidige, mal energisch forsche, mal klar silberglänzende Töne. Beim Adagio vermochte er mit seinem differenzierten Spiel die Gäste zu berühren. So wurde dem Solisten ein überaus anerkennender Applaus zuteil.

HEITER UND SINNLICH

so2017
Das vital vorgetragene Konzert für zwei Violinen von P. Locatelli und die spritzig gespielten Staccatos des Ensembles trugen zur unbeschwerten Interpretation dieser Komposition bei. Den Taktstock niedergelegt hatte Dirigent Arthur H. Lilienthal, um gemeinsam mit dem Konzertmeister die Soloparts zu übernehmen. Dabei erwiesen sich die beiden Geiger als optimale Partner. Heiter klingende Dialoge der Violinen und sauber gemeisterte Verzierungen sorgten für lebhafte Auflockerung in diesem Werk.
Die Solisten: Luis-Alberto Schneider und Arthur H. Lilienthal. Bild: zvg

Fantasieanregend wirkte die Aufführung von D. Gabriellis Divertimento für Streicher, arrangiert für Orchester von A. H. Lilienthal.
Hier wurde geradezu bilderreiche, szenische Musik geboten. So bargen sich in der Klanglandschaft Dramatik, Sinnlichkeit und Leidenschaft. Beim Allegro à la Zingara, dem letzten und dritten Satz des Abends, wurde mit freudvollem und rassigem Spiel aufgewartet. In den letzten Takten heizte der Dirigent dem Orchester nochmals richtig ein, und die Musiker spielten mit Temperament – ganz à la Zingara. (red)