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Sumina entfacht Carmens Feuer

Glattaler 29.11.2013
Sumina Studer u. Arthur Lilienthal (Glattaler 29.11.2013)
Die junge Gockhauser Violinistin Sumina Studer und der Dirigent des Dübendorfer Kammerorchesters Heinz Arthur Lilienthal nach dem erfolgreichen Konzert. Bild: Daniela Schenker
 
Das Gute kann tatsächlich sehr nahe liegen. Das Kammerorchester Dübendorf hat mit der Wahl der Solistin einen Glücksgriff getan. Die erst 16-jährige Violinistin Sumina Studer aus Gockhausen hat im Winterkonzert brilliert.
Daniela Schenker

Einen jugendlichen Abend stellt der Dirigent des Dübendorfer Kammerorchesters Arthur Heinz Lilienthal in seinen einleitenden Worten in Aussicht. Ein Versprechen, das dem einen oder anderen Gast im Publikum in der Kirche im Wil ein Lächeln entlockt, sind doch nicht wenige der Streicherinnen und Streicher in musikalischen Ehren ergraut. «Unser Orchester besteht aber erst seit 60 Jahren und ist damit vergleichsweise jung», erklärt Lilienthal mit einem Augenzwinkern. Mit gerade mal 16 Jahren noch sehr jung sei auch Solistin Sumina Studer. Die hoch talentierte Violinistin aus Gockhausen wird eine gute Stunde später für einen virtuosen Höheund Schlusspunkt des Konzerts sorgen.

Zurückhaltung weicht Spielfreude

Zuvor lässt das Orchester drei Werke erklingen. Den Auftakt macht Joseph Haydns ebenso fantasiewie humorvolle Sinfonie in G-Dur (Hob 1/3). Zirka 29 Jahre jung ist Haydn beim Schreiben gewesen. «Für einen Komponisten, der 77 Jahre alt wurde, ein Jugendwerk» schlug Lilienthal den Bogen zum Motto des Abends. Ist die Intonation beim «Allegro» und «Andante moderato» noch etwas verhalten, löst sich die Anspannung der Musikerinnen und Musiker beim «Menuetto Trio» und wird beim «Finale» schwungvoll und leicht.

Beim «Slawischen Tanz Opus 46» von Antonin Dvorák, gespielt in einer Streicherfassung Lilienthals, weicht die anfängliche Zurückhaltung des Orchesters dann endgültig der Spielfreude. Bei entspanntem Bogenstrich und gefühlvollen Vibrati geben sie dem Zuhörer die Möglichkeit, die Augen zu schliessen und sich in einen Ballsaal vergangener Jahrzehnte zu träumen.

Gekonnte Akzente der Bläser

Im zarten Alter von 14 Jahren komponierte Wolfgang Amadeus Mozart die Sinfonie in G-Dur, für deren Darbietung das Orchester begeisterten Applaus erntet. Während des ganzen Abends vermögen die zugezogenen Bläser der Regionalen Musikschule Dübendorf immer wieder Akzente zu setzen, sich aber gleichzeitig auch einfühlsam in den Orchesterklang einzufügen.

Mit Feuer in die Herzen

Und dann betritt die 16-jährige Sumina Studer die Bühne. Im feuerroten Kleid entfacht die junge Violinistin in Franz Waxmanns «Carmen Fantasie» mit dem ersten Bogenstrich ein Feuerwerk der Melodien, hochkonzentriert und voller Hingabe. Gleich zu Beginn schraubt sie sich in einer hochvirtuosen Passage in schwindelnde Höhen, es folgen anspruchsvolle Kapriolen, rasend schnelle Läufe und beeindruckende Lagenwechsel. Studer meistert das alles scheinbar mühelos. Völlig frei von Allüren erobert sie sofort die Herzen des Publikums.

Vorfreude auf Fortsetzung

Die zweite Tochter einer Musikerfamilie begann im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenspiel. Dreifach mit dem 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs (Kategorie Solo) ausgezeichnet, ist sie bereits mehrfach im Inund Ausland als Solistin aufgetreten. Drei Mal haben Solistin und Orchester gemeinsam geprobt, die Freude über das gemeinsam Erreichte steht am Ende allen ins Gesicht geschrieben.

Das begeisterte und beeindruckte Publikum freut sich über die Zugabe und Dirigent Lilienthal über die erfolgreiche lokale Zusammenarbeit. «Wir hoffen, es war nicht das letzte Mal, dass wir mit Sumina zusammenarbeiten durften.» Und glücklicherweise gibt es im Hause Studer noch ein weiteres Ausnahmetalent. Suminas ältere Schwester Sayaka ist eine mehrfach ausgezeichnete Cellistin.

 

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